EM 2016 | Spanien enttäuscht, Island feiert Überraschungssieg

Am letzten Tag der Achtelfinalspiele gab es gleich zwei Überraschungen: Italien hat Spanien mit 2:0 geschlagen, und die Isländer drehten einen 0:1-Rückstand gegen England in ein 2:1 und feierten das Weiterkommen in das Viertelfinale.

EM 2016 | Spanien enttäuscht, Island feiert Überraschungssieg
Die Isländer feiern den Sieg über England. | Quelle: Getty Images

Italien - Spanien 2:0 (1:0)

Im Spiel zwischen Italien und Spanien, das Highlight des Achtelfinales, setzten sich die Italiener mit 2:0 durch. Giorgio Chiellini und Graziano Pellé trafen. Besonders überraschend war, dass die Spanier innerhalb der 90 Minuten ihr Spiel nicht aufziehen konnten und zweitweise auch müde wirkten auf dem Platz. 

Gleich zu Beginn musste David de Gea zeigen, was er drauf hat, da Pellé nach nur acht Minuten die Chance hatte, per Kopf die Führung zu machen. Insgesamt passierte in der ersten Halbzeit nicht viel, die Italiener machten aber einen überraschend starken Eindruck, und die Spanier nicht. Vicente del Bosques Team wirkte überraschend schwach, was die Italiener noch im ersten Durchgang ausnutzten. In der 33. Minute konnte de Gea einen stramm geschossenen Freistoß von Eder nur abprallen lassen, der Innenverteidiger Chiellini stand genau richtig und spitzelte den Ball über die Linie - 1:0-Führung. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte Emanuele Giaccherini nach einem Solo-Lauf tatsächlich noch auf 2:0 erhöhen können, doch wieder war de Gea zur Stelle.

In den zweiten 45 Minuten kamen die Spanier auch endlich ins Spiel und drängten auf den Ausgleich. Die Italiener gingen in die Lauerstellung. Alvaro Morata vergab die erste wirkliche Chance der Spanier in der 50. Minute. Gianluigi Buffon war aber aufmerksam und hielt großartig. Aritz Aduriz, Stürmer von Athletic Bilbao, ließ in der 70. Minute eine gute Chance liegen und schoss nur knapp neben das Tor. In der 76. und 77. Minute hielt der Schlussmann von Juventus Turin zwei Distanzschüsse von Andres Iniesta und Gerard Pique unglaublich. Nur eine Minute vor dem Abpfiff hatte Pique eine weitere Gelegenheit, das 1:1 zu machen, doch Buffon zeigte erneut eine riesen Parade. In der Nachspielzeit nutzten die Italiener ihre letzte Chance und erzielten die Entscheidung. Ein weiter Ball auf Matteo Darmian auf die rechte Seite leitete alles ein. Der Rechtsverteidiger spielte den Ball flach in die Mitte zu Pellé, der mit etwas Glück an den Ball kommt und zum 2:0 traf. 

Die Italiener treffen im Viertelfinale nun auf Deutschland, welches sich im Achtelfinale gegen die Slowakei mit 3:0 durchsetzen konnte.

Aufstellung Italien (3-5-2): Buffon; Barzagli, Bonucci, Chiellini; Florenzi, Parolo, De Rossi, Giaccherini, De Sciglio; Pellè, Eder

Aufstellung Spanien (4-3-3): De Gea; Juanfran, Ramos, Piqué, Jordi Alba; Busquets, Iniesta, Cesc, Silva; Nolito, Morata

Chiellini erzielte die Führung für Italien. | Quelle: REUTERS

England - Island 1:2 (1:2)

Im Abendspiel nutzten die Isländer ihre Underdog-Rolle und bezwangen die Engländer mit 2:1, und das nach Rückstand. England enttäuschte in allen Belangen. 

Dabei fing es für das Team von Trainer Roy Hogdson nicht schlecht an. Nach gerade Mal vier Minuten bekamen die Three Lions einen Elfmeter zugesprochen. Torwart Hannes Halldórsson kam gegen Raheem Sterling zu spät und senste ihn um. Wayne Rooney trat an - und verwandelte sicher in die linke untere Ecke. Doch dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Direkt mit dem ersten Versuch nach dem Gegentor und im Spiel nutzten die Isländer die Fehler der gegnerischen Verteidigung großartig aus und gleichten überraschend aus. Einen weiten Einwurf von Birkir Sævarsson verlängerte Kári Àrnason in den Lauf von Ragnar Sigurðsson, der traf. Es war alles wieder auf Anfang gestellt, und die Isländer machten weiter. Etwas mehr als zehn Minuten später traf erneut Sigurðsson, der aus 14 Metern abzog. Torwart Joe Hart konnte den Ball nicht richtig festhalten und ließ in ins Tor kullern. Die Isländer drehten den Rückstand nur 14 Minuten später in eine eigene Führung. Island stellte sich daraufhin auch nicht in die Verteidung, sondern drückte weiter auf sogar ein dritten Treffer. Ari Skúlasons Schuss aus der 34. Minute ging nur knapp neben das Tor.

In der zweiten Halbzeit waren die Engländer glatt noch schwächer. Trotz einiger Offensivaktionen fand keine den Weg auf das Tor von Halldórsson, um wirklich gefährlich zu werden. Vor allem die Präzision in den Abschlüssen war erschreckend. Immer wieder verhinderten die isländischen Verteidigung Kopfballversuche der gegnerischen Stürmer, und ließen nichts anbrennen. In der letzten Minute des Spiels hatte Marcus Rashford, den Hodgson erst kurz vor dem Ende brachte, eine gute Möglichkeit. Nach einem Alleingang wurde er aber nicht belohnt, sein Abschluss wurde zur Ecke geklärt.

Nach dem Abpfiff brachen in der Allianz Riviera  alle Dämme, die isländischen Fans feierten gemeinsam mit den Fans. Im Viertelfinale trifft man nun auf Gastgeber Frankreich.

Aufstellung England (4-3-3): Hart; Walker, Cahill, Smalling, Rose; Alli, Dier, Rooney; Sturridge, Kane, Sterling

Aufstellung Island (4-4-2): Halldórsson; Sævarsson, Árnason, R. Sigurdsson, Skúlason; Gudmundsson, Gylfi, Gunnarsson, Bjarnason; Sigthórsson, Bödvarsson