EM 2016 | Portugal der glückliche Sieger im Elfmeterschießen!

Nach einem insgesamt zähen Spiel über 120 Minuten gewinnt Portugal im Elfmeterschießen und zieht als erste Mannschaft ins Halbfinale der EM in Frankreich ein.

EM 2016 | Portugal der glückliche Sieger im Elfmeterschießen!
Cristiano Ronaldo verwandelte den ersten Elfmeter. | Quelle: Getty Images
Polen
1 1
Portugal
Polen: (4-4-2) Fabiánski - Jedrzejczik, Pazdan, Glik, Piszczek - Grosicki (82. Kapustka), Maczyinski, Krychowiak, Blaszczykowski - Lewandowski, Milik
Portugal: (4-1-3-2) Patrício - Eliseu, Fonte, Pepe, Soares - Carvalho (96. Pereira) - Silva (73. Moutinho), Sanches, Mario (80. Quaresma) - Ronaldo, Nani
Ergebnis: 1:0 Lewandowski (2.), 1:1 Renato Sanches (33.)
Schiedsrichter: Felix Brych (München) | Gelbe Karten: Jedrzejczyk (42.), Glik (66.), Silva (70.), Kapustka (89.), Carvalho (90+2.)

Bevor Felix Brych die Partie anpfiff, gab es eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags am Istanbuler Flughafen. 

Danach war direkt betrieb. Kaum war die Begegnung eröffnet, ging Polen in Führung: nach einem mittelmäßigen Querschläger von Lukasz Piszczek verpasste Portugals Außenverteidiger Cédric Soares den Ball, sodass Grosicki in Richtung Grundlinie durchsprinten konnte. Der Außenspieler passte den Ball zurück in die Mitte, wo Robert Lewandowski goldrichtig stand und die Kugel in die Maschen drückte (2.).

Portugal wirkte durch das frühe Gegentor etwas getroffen. Zunächst waren es die Polen, die weiter das Spielgeschehen bestimmten. Bald aber übernahm Portugal die Kontrolle und hatte durch ihren Superstar Cristiano Ronaldo ihre erste Gelegenheit: nach einer guten Seitenverlagerung von Renato Sanches kam der Ball zu Cédric Soares, der zurück auf Ronaldo legte. Der 31-Jährige kam mit seinem Schuss aber nicht durch (10.)

Kurze Zeit später hatte CR7 eine Freistoßchance, doch sein direkter Versuch aus 35 Metern ging in die Mauer.

Dann waren wieder die Polen am Drücker: in der 23. Minute spielte die Offensivabteilung der Osteuropäer eine sehenswerte Kombination vor dem portugiesischen Strafraum, an deren Ende Grosicki eine ungenaue Hereingabe spielte, aber keinen Mitspieler erreichte. 

Nach einer guten halben Stunde kam dann die große Stunde von Neu-Bayer Renato Sanches: Nani ließ die Kugel zum erst 18-Jährigen prallen, der den Ball annahm, einen Schritt ging und den Ball dann mithilfe von Krychowiak, der abfälschte, ins Tor beförderte - 1:1 in der 33. Minute! 

In der Folge wurde die Partie zerfahrener, kleine Fouls und Nickligkeiten häuften sich. Wirkliche Aktionen nach vorne waren Mangelware, womit es mit einem 1:1-Unentschieden in die Kabinen ging. 

Grosicki spielt den Ball in die Mitte, aber die portugiesische Verteidigung klärt. | Quelle: Getty Images

Die zweite Hälfte begann wechselhaft: Piszczek und Blaszczykowski kombinierten sich gut nach vorne, wurden aber abgelaufen, im Gegenzug wirbelte Renato Sanches durch die polnische Defensive.

Die erste richtige Chance der zweiten Halbzeit hatte Cristiano Ronaldo in der 61. Minute, als er auf links freigespielt wurde. Statt aber den Ball in die Mitte zu legen, suchte der Madrilene den Abschluss und traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz. 

Die nächste Gelegenheit ging auch an Portugal, als Cédrics Strahl aus 20 Metern nur Millimeter am linken Pfosten der Polen vorbeistrich (64.)

Erst in der 81. Minute gab es wieder Aufschreie aus dem Publikum. Pepe eroberte einen Ball im Mittelfeld, trieb ihn nach vorne und spielte ihn auf Ronaldo. Jedrzejczyk grätschte aber dazwischen und produzierte damit fast ein Eigentor, weil der Ball dann knapp am linken Pfosten vorbeistrich. 

In den letzten zehn Minuten stellten sich beide Mannschaften auf eine Verlängerung ein und scheuten das Risiko. Somit pfiff Brych nach 93 Minuten ab und es gab Nachschlag. 

Das Spiel verlief auch in der Verlängerung weiter in Wellen. Die Mannschaften wechselten sich konsequent damit ab, die Initiative zu übernehmen und nach vorne spielen zu wollen. Doch beide Mannschaften hatten scheinbar zu viel Angst oder zu wenig Kraft, den letzten Schritt zu machen. 

So kam es zum Elfmeterschießen. Ronaldo eröffnete für Portugal erfolgreich, dann trat Lewandowski erfolgreich an. Renato Sanches und Arkadiusz Milik trafen auch, dann auch Joao Moutinho und Kamil GlikNani traf für Portugal, dann Blaszczykowski scheiterte Blaszczykowski aber an Rui Patricio. Ricardo Quaresma trat an und verwandelte den Matchball für sein Team.