EM 2016 | Wales zieht ins Halbfinale ein

Der Wales-Wahnsinn geht weiter. Gegen Belgien lieferten die Waliser eine ganz starke Partie ab und stehen nun nach ihrem 3:1-Erfolg im EM-Halbfinale.

EM 2016 | Wales zieht ins Halbfinale ein
Wales feiert den Einzug ins Halbfinale. | Quelle: Getty Images
Wales
3 1
Belgien
Wales: Hennessey - Chester, Williams, Davies - Gunter, Allen, Ledley, Ramsey, Taylor - Robson-Kanu, Bale
Belgien: Courtois - Meunier, Alderweireld, Denayer, Jordan Lukaku - Nainggolan, Witsel - Hazard, De Bruyne, Carrasco - Romelu Lukaku
Ergebnis: 0:1 Nainggolan (13.), 1:1 Williams (31.), 2:1 Robson-Kanu (55.), 3:1 Vokes (85.)

Wales steht verdientermaßen im Halbfinale dieser Europameisterschaft. Das Team von Chris Coleman bezwang Belgien mit einer reifen Leistung (3:1) und trifft am kommenden Mittwoch auf Portugal. 

Das Spiel im Griff hatten allerdings zunächst die Belgier. Wie erwartet übernahmen sie das Spiel und dominierten mit viel Ballbesitz. Schon nach sieben Minuten ergab sich die erste dicke Möglichkeit zur Führung: Nach einer Flanke von Romelu Lukaku schloss Yannik Carrasco aus fünf Metern ab, scheiterte jedoch am starken Waliser Torhüter Hennessey. Der ließ den Ball nach vorne abprallen, den nachfolgenden Schuss von Meunier rettete Davies auf der Linie. Den daraus resultierten Nachschuss konnte Hazard ebenfalls nicht verwerten. 

Die erste Möglichkeit für Wales hatte Gareth Bale, der nach einem Konter lediglich das Außennetz traf (10.). 

Wenig später die Führung für Belgien: Nach einem Zuspiel von Hazard hielt Nainggolan aus 20 Metern einfach mal drauf. Der flatternde Baall schlug sehenswert in den linken oberen Winkel zum 1:0-Führungstreffer der Belgier ein (13.). 

Das Tor sorgte jedoch nicht für Sicherheit auf Seiten der Belgier. Im Gegenteil: Wales kam in der Folge langsam aber sicher immer besser in die Partie und investierte zunehmend mehr in die Offensive. 

Nach 26 Minuten hätte Taylor für die Waliser ausgleichen können, seinen Schuss konnte Tibaut Courtios jedoch glänzend parieren. 

Fünf Minuten später belohnten sich die Waliser für ihre Bemühungen. Nach einer Ecke von der rechten Seite kam Ashley Williams völlig frei zum Kopfball und durfte ungestört zum 1:1 einköpfen (31.). Der verdiente Ausgleich. 

Belgien gab nach dem Führungstor keine weiteren gefährlichen Abschlüsse ab und konnte sich glücklich schätzen, mit einem Remis in die Pause zu gehen. 

Die zweite Halbzeit begann mit druckvollen Vorstößen der Belgier, die wie ausgewechselt aus der Kabine kamen. In der 48. Minute köpfte Lukaku aus sechs Metern knapp am Tor vorbei. Wenige Minuten später erneut ein gefährlicher Abschluss: Hazard dribbelte sich auf der linken Seite durch, zog nach innen und verpasste den rechten Pfosten nur knapp (50.). 

Fünf Minuten später drehte Wales wie aus dem Nichts das Spiel. Ramsey legte am Elfmeterpunkt auf Robson-Kanu ab, der sich behauptete und mit einer Drehung seine Gegenspieler alt aussehen ließ. Völlig frei vor Courtois traf er kaltschnäuzig zum 2:1 für Wales. 

Das Spiel wirkte danach etwas zerfahren, Belgien schien vom Rückstand geschockt und hatte Schwierigkeiten, dass nun entstandene Defensiv-Bollwerk der Waliser zu knacken.

16 Minuten vor Schluss hatten die Belgier dann doch noch mal eine Riesen-Chance zum Ausgleich. Der aufgerückte Alderweireld flankte gefährlich vor das Tor und fand dort Fellaini, der nur knapp am Tor vorbei köpfte (74.). 

Die roten Teufel versuchten noch mal alles, wurden jedoch nicht belohnt. Stattdessen fünf Minuten vor dem Ende die Entscheidung: 

Eine Flanke von Gunter verwandelte der kurz zuvor eingewechselte Vokes zum 3:1-Endstand ins linke Eck (85.).

Belgien fand darauf keine Antwort mehr und scheidet aus dem Turnier aus. Wales hingegen erreicht Historisches und darf nun um die Endspielteilnahme spielen.