EM 2016 | Portugal macht Finaleinzug klar

Zu Beginn des Turniers hatten die wenigsten damit gerechnet, doch jetzt ist es amtlich: Portugal zieht mit einem 2:0-Sieg über Wales im Halbfinale der EM ins Finale ein. Cristiano Ronaldo und Nani trafen.

EM 2016 | Portugal macht Finaleinzug klar
Ronaldo steigt nach einer Hereingabe am höchsten, und köpft das 1:0. | Quelle: Getty Images
Portugal
2 0
Wales
Portugal: Patricio, Cedric, Fonte, Alves, Guerreiro, Danilo, Mario, Adrien, Sanches, Nani, Ronaldo.
Wales: Hennessey, Taylor, Collins, Williams, Chester, Gunter, Allen, King, Ledley, Bale, Robson-Kanu.
Ergebnis: 1:0 Ronaldo (50.), 2:0 Nani (53.)
Schiedsrichter: Jonas Eriksson (Schweden) | Gelbe Karten: Allen (8.), Chester (62.), Alves (71.), Ronaldo (72.), Bale (88.).

Portugal hat es geschafft. Als Drittplatzierter in der Gruppenphase steht das Team um Weltstar Cristiano Ronaldo als erste Mannschaft im Finale der Europameisterschaft. Nach zuvor fünf Unentschieden in der regulären Spielzeit hat es die Seleção diesmal geschafft, innerhalb der 90 Minuten zu gewinnen. Der Traum von Wales, zu zeigen, dass es ein Underdog ins Finale schaffen kann, ist geplatzt. Cristiano Ronaldo traf in der 50. Minute, Nani legte kurz darauf nach.

Einzelne Aktionen

In der ersten Halbzeit passierte in beiden Strafräumen relativ wenig, weil vor allem die Topstars der Teams, Ronaldo und Gareth Bale, viel mit nach hinten arbeiteten und vorne fehlten. Portugal war dennoch die offensivere und die bestimmendere Mannschaft im ersten Durchgang. In der zehnten Minute hätte es einen Strafstoß für die Seleção geben können: Innenverteidiger James Collins umklammerte Ronaldo im eigenen Strafraum, trotz guter Sicht auf das Geschehen, hat Schiedsrichter Jonas Eriksson nichts angezeigt. Immer wieder kamen die Portugiesen häufiger über die rechte Seite, wo Rechtsverteidiger Cedric für Flanken bereitstand - doch diese fanden oftmals keinen Abnehmer. Allgemein machten sich in den ersten 45 Minuten viele individuelle Fehler bei Portugal bemerkbar, diese Pässe waren zu unpräzise und unsauber. Von Wales kam, bis auf ein Distanzschuss von Gareth Bale, den Rui Patricio jedoch sicher fing, offensiv so gut wie nichts. Gerade das Fehlen von Mittelfeldspieler Aaron Ramsey und Linksverteidiger Ben Davies machte sich im walisichen Spiel deutlich bemerkbar.

Ronaldo und Nani stechen zu

Den Start in die zweite Halbzeit hätten sich die Portugiesen nicht besser erträumen können. Nach dem Seitenwechsel trafen sie doppelt. In der 50. Minute führte João Mario einen Eckstoß kurz auf BVB-Neuzugang Raphael Guerreiro, der wieder zurück in die Startelf gekommen war, aus und dieser flankte den Ball mustergültig auf den Kopf von Cristiano Ronaldo. Der Real-Madrid-Spieler stieg im Strafraum höher als alle anderen und köpfte die wichtige 1:0-Führung.

Nur drei Minuten später probierte es Cristiano Ronaldo mit einem Fernschuss aus etwa 20 Metern. Nani stand in der Mitte goldrichtig und fältschte den Ball unhaltbar für Wales' Wayne Hennessey ab - 2:0 für Portugal.

Einen Schuss von Ronaldo fältscht Nani unhaltbar zum 2:0 ab. | Quelle: Getty Images

Der Doppelschlag schockte die Waliser, die schon vor den Treffern damit zu kämpfen hatten, in der Offensive Akzente zu setzen und die wenigen Gelegenheiten zu nutzen. Trotzdem setzten die Waliser alles daran, den Anschlusstreffer zu erzielen. Die Lücken in der Defensive wurden größer, sodass die Portugiesen dies fast nutzten: In der 66. Minute hätte João Mario auf 3:0 erhöhen können, doch er vergab eine gute Chance. In der 78. Minute dann Danilo Pereira, der den Moment zum Abspielen verpasste und Pech hatte, dass sein Versuch nicht noch über die Linie kullerte, Hennessey hielt stark. Vier Minuten vor dem Ende nahm Ronaldo eine Flanke gut mit der Brust an, legte sich den Ball aber zu weit vor und sein Schuss aus spitzem Winkel landete nur im Außennetz.

Kurz darauf pfiff Schiedsricher Eriksson die Partie ab. Als Drittplatzierter und mit insgesamt fünf Unentschieden in der regulären Spielzeit haben es die Portugiesen geschafft und ziehen nach 2004 zum zweiten Mal ins Endspiel der Europameisterschaft ein. Dort trifft man nun entweder auf Deutschland oder Frankreich, die das Halbfinale am heutigen Donnerstag untereinander ausspielen.