Podolski tritt aus DFB-Elf zurück

Lukas Podolski beendet nach zwölf Jahren seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft und tritt aus der DFB-Elf zurück. Die Europameisterschaft 2016 in Frankreich war sein letztes Turnier - das Achtelfinalspiel gegen die Slowakei seine letzte Partie.

Podolski tritt aus DFB-Elf zurück
Tritt nach zwölf Jahren aus der DFB-Elf zurück: Lukas Podolski. | Quelle: imago

Lukas Podolski hat seinen Rücktritt aus der DFB-Elf bekanntgegeben. Auf seiner "Facebook"-Seite teilte er dies mit. Nach zwölf Jahren beendet der 31-Jährige seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft. Der aktuelle Spieler vom türkischen Klub Galatasaray Istanbul schrieb in seinem Post von einer "Herzenssache" und dass es ihm "eine Ehre war", für die deutsche Nationalmannschaft gespielt zu haben.

"Es war mir eine Ehre"

Nach insgesamt 129 Länderspielen und 48 Toren sagt Podolski nach Bastian Schweinsteiger auch Tschüss und hört auf.

Im Juni 2004 gab der damals 19-Jährige sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. Rudi Völler, der damalige Bundestrainer, nominierte Podolski nur wenige Tage nach der U21-Europameisterschaft für ein Freundschaftsspiel gegen Ungarn - 16 Minuten durfte er spielen. Nur etwa eine Woche später zählte er zum EM-Kader. Im dritten und letzten Gruppenspiel gegen Tschechien, welches die Deutschen mit 1:2 verloren und das Ausscheiden damit besiegelt wurde, kam Podolski zu Beginn der zweiten Halbzeit auf den Platz und spielte 45 Minuten.

Es folgte ein Confederations Cup (2005), drei Weltmeiterschaften (2006, 2010 und 2014), sowie drei weitere Europameisterschaften (2008, 2012 und 2016) und unzählige Freundschaftsspiele. Seinen Höhepunkt erreichte  Podolski bei der Weltmeisterschaft 2014. Zwar spielte er nur acht Minuten gegen Portugal im ersten Gruppenspiel und eine Halbzeit im dritten Gruppenspiel gegen die USA, doch den Titel "Weltmeister" kann ihn keiner nehmen.

In seinem 129. und damit letztem Länderspiel wurde Podolski im Achtelfinale der vergangenen Europameisterschaft gegen die Slowakei eingewechselt. Etwa 20 Minuten durfte der in Polen geborene Offensivspieler bei dem 3:0-Sieg ran. Im Viertelfinale gegen Italien, welches die deutsche Elf erst nach Elfmeterschießen gewann, und bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich im Halbfinale saß "Poldi" nur auf der Bank. 

Nun folgt sein Abschied und sein Rücktritt aus der DFB-Elf. Auf seiner "Facebook"-Seite teilte er dies mit und schrieb:

"Für mich ist dieser Abschied sehr emotional. Ich bin stolz darauf, was ich mit dem DFB erleben durfte. Nichts kann mir ersetzen, was mir die Zeit mit dem DFB-Team an Freude, Leidenschaft und Zusammenhalt gegeben hat. Vom zweijährigen polnischen Jungen, der quasi nur mit einem Ball unter dem Arm nach Deutschland kam, zum Weltmeister - das ist mehr, als ich mir erträumen konnte."

Die Beweggründe für seine Entscheidung sind diese: "Ich trete kürzer und widme mich mehr anderen Dingen. Am meisten natürlich meiner Familie. Ich bin sicher, dass sie sich nicht beschweren werden, wenn ich künftig mehr Zeit für sie habe. Und darauf freue ich mich sehr."

"Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Die Nationalmannschaft war für mich immer Herzenssache, und das wird sie auch immer bleiben. Ich habe aber nach der Euro/Urlaub gespürt, dass sich mein Fokus verschoben hat. Alles hat seine Zeit – und meine Zeit beim DFB ist vorbei", schrieb er auch.

Der WM-Sieg 2014 in Brasilien war das Highlight seiner DFB-Karriere. | Quelle: Getty Images

Löw und Bierhoff äußern sich zum Abschied

Bundestrainer Joachim Löw und Teammanger Oliver Bierhoff äußerten sich zum Rücktritt des Spielers und sagten:

"Lukas war genauso wie Basti [Schweinsteiger] immer eine feste Größe für mich. Auf ihn war und ist Verlass, bei aller Lockerheit und Leichtigkeit, für die er steht, ist er ein Vorbild an Professionalität und Einstellung. Dem Erfolg hat er immer alles untergeordnet, auch sich selbst", lobte der Bundestrainer.

"Gemeinsam sind wir in Brasilien Weltmeister geworden, mich verbindet als Trainer ein sehr langer Weg mit ihm, wir haben zusammen gefeiert. Poldi hat aber immer auch Verantwortung übernommen, wenn es mal nicht so gut lief. Für seine Loyalität, seinen Einsatz, den Spaß und die Freude, die er immer wieder in unseren Kreis gebracht hat, kann ich mich nur bedanke" führte er fort.

"Er hat seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern mehr als verdient. Aber Poldi hat sich auch neben dem Platz zu einer echte Marke entwickelt und ist sich dabei immer treu geblieben." In Podolski verliere die Nationalmannschaft "einen leidenschaftlichen Fußballer und riesigen Sympathieträger, der uns und den Fans im Nationaltrikot fehlen wird" sagte Bierhoff.