Olympia 2016 | Deutschland sichert sich den Finaleinzug

Das deutsche Olympia-Team steht mit einem 2:0-Sieg über Nigeria im Finale des olympischen Fußballturniers. Dort wird man auf Gastgeber Brasilien treffen.

Olympia 2016 | Deutschland sichert sich den Finaleinzug
Ein guter Start für die deutsche Mannschaft bringt den Finaleinzug im olympischen Fußballturnier. | Quelle: Getty Images
Nigeria
0 2
Deutschland
Nigeria: Daniel - Sincere, Shehu, Ekong, Amuzie - Udo (Saliu, 71.), Muhammed - Aminu, Ezekiel, Mikel - Sadiq (Ajayi, 64).
Deutschland: Horn - Toljan, Ginter, Süle, Klostermann - S. Bender (Prömel, 76.) - Brandt, L. Bender, Meyer (Petersen, 84.), Gnabry (Max, 77.) - Selke.
Ergebnis: 0:1 Klostermann (9.), 0:2 Petersen (89.)
Schiedsrichter: Nestor Pitana (Argentinien)

In der Corinthians Arena von São Paulo hat die deutsche Olympia-Mannschaft gegen Nigeria den Finaleinzug klargemacht. Die Treffer in dem Spiel erzielten Lukas Klostermann und Nils Petersen. Damit hat das junge Team von Trainer Horst Hrubesch eine olympische Medaille sicher. Im Finale wird man auf Gastgeber Brasilien treffen - der im Halbfinale nicht nur mit 6:0 gegen Honduras gewonnen hat, sondern auch mit Neymar, Gabriel Jesus, Gabriel Barbosa und co. anreisen wird. 

Frühe Führung

Das deutsche Team startete die Halbfinalpartie gegen Nigeria ruhig und baute Kontrolle auf. Nach einem starken Pass von Serge Gnabry in den Lauf von Kapitän Max Meyer, der auf Linksverteidiger Lukas Klostermann querspielte, ging das Team um Trainer Horst Hrubesch früh in Führung. Klostermann hatte keine Mühe in das leere Tor von Emmanuel Daniel einzuschieben und nach nur neun Minuten das 1:0 zu erzielen. Nur drei Minuten später hat es Timo Horn spannend machen wollen: Der Torwart vom 1. FC Köln wollte zum langen Abschlag ansetzen - den Ball traf er dabei aber nicht. Die deutsche Hintermannschaft hatte Glück, dass Nigerias Stürmer Umar Sadiq selbst zu überrascht war und aus der großen Chance nichts zählbares erzielen konnte. In der 20. Minute war Lars Bender kurz davor, die Führung um ein weiteres Tor auszubauen. Nach einem lang getretenen Freistoß von Meyer köpfte Niklas Süle den Ball im Strafraum quer zu Lars Bender. Der defensive Mittelfeldspieler von Bayer 04 Leverkusen stand jedoch zu nah am gegnerischen Torwart und konnte den Ball nicht über die Linie drücken. Die Nigerianer kamen mit dem frühen Rückstand schwer in die Partie und hatten Probleme den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Vor dem Tor von Horn tauchte man zwar häufiger auf, jedoch nur ungefährlich. Das deutsche Team blieb bis zum Halbzeitpfiff vom argentinischen Unparteiischen Nestor Pitana die bessere Mannschaft und hatte mit Davie Selke (2x) und Max Meyer noch drei Chancen, die aber ungenutzt blieben. Matthias Ginter verhinderte nur Sekunden vor dem Halbzeitpfiff mit einer genau getimten Grätsche eine mögliche Großchance für Nigeria.

Der Moment der Freude: Lukas Klostermann mit dem 1:0 für das deutsche Team. | Quelle: Getty Images

Langer zweiter Durchgang

Unverändert gingen beide Mannschaften in den zweiten Durchgang. Olympia-Shootingstar Gnabry zeigte nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff, dass die deutsche Mannschaft sich mit der knappen Führung nicht zufrieden geben will und probierte es mit einem guten Schuss von der Strafraumkante. Torwart Daniel konnte den Schuss aber zur Ecke klären, die wiederum nichts einbrachte. Deutschland ließ Nigeria zu Beginn der zweiten 45 Minuten machen und drehte erst zur 60. Minute wieder auf. Gnabry hatte nach einem Pass von Ginter erneut die Chance gehabt, ein Tor zu erzielen. Sein Schuss flog nur knapp über das gegnerische Tor - in der Strafraummitte übersah er seine Mitspieler, die völlig blank standen und einschussbereit waren. Die elf Spieler mit dem Bundesadler auf der Brust machten wieder mehr für das Spiel und erarbeiteten sich in der Offensive mehrere Chancen. Dennoch schlichen sich nach und nach immer mehr individuelle Fehler in das Spiel der Deutschen ein, die auch mit den hohen Temperaturen in São Paulo zu kämpfen hatten und die Beine immer schwerer worden. Wichtig war aber, dass die Bender-Zwillinge im MIttelfeld weiter mit Vollgas agierten und das Mittelfeld behaupten konnten. Horst Hrubesch brachte eine Viertelstunde vor dem Schluss zwei Neue für das Spiel, die vor allem in der Defensive aushelfen sollten. Grischa Prömel vom Karlsruher SC kam für Sven Bender und Philipp Max vom FC Augsburg für Serge Gnabry. Es passierte zum Ende nicht mehr viel. Die deutsche Mannschaft ließ nichts anbrennen und machte zwei Minuten vor Schluss die Entscheidung. Einen eher misslungen Schussversuch von Selke konnte der eingewechselte Nils Petersen ins Tor grätschen und auf 2:0 erhöhen. Der Angreifer von Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg schoss sich damit an die Spitze der Torschützenliste und überholte Gnabry. Nach drei Minuten Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter die Partie ab. Im Finale am Samstag trifft man auf Gastgeber Brasilien.