DFB verhängt Strafen an Schmidt und Völler

Der DFB reagierte auf die Vorkommnisse beim Spiel am Sonntag zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund, nachdem es während und nach dem Spiel zu großen Diskussionen kam.

DFB verhängt Strafen an Schmidt und Völler
Roger Schmidt muss die nächsten drei Spiele auf der Tribüne Platz nehmen. (Quelle: Imago)

Am Sonntag kam es beim Spiel zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund zu einem Novum in der Bundesliga: Roger Schmidt, Trainer der Werkself, weigerte sich den Anweisungen von Schiedsrichter Felix Zwayer zu folgen und auf der Tribüne Platz zu nehmen, nachdem dieser vom vierten Offiziellen darauf aufmerksam gemacht wurde. Zwayer unterbrach daraufhin das Spiel in der 68. Minute und ging mit Spielern beider Teams in den Kabinentrakt. Als Roger Schmidt sich dann einsichtig in die Kabine setzte, konnte das Spiel nach neunminütiger Unterbrechung fortgesetzt werden. Auslöser für den Platzverweis von Schmidt war seine heftige Reklamation beim vierten Offiziellen, nachdem Dortmund einen Freistoß aus der eigenen Hälfte nicht genau am Ort des Foulspiels, sondern etwas weiter vorne ausführte. Daraus resultierte der 1:0-Führungstreffer für die Schwarz-Gelben durch Pierre-Emerick Aubameyang

Nachdem das Spiel fortgesetzt wurde, gab es kurze Zeit später eine spielentscheidende Szene: In der 71. Minute bekam Sokratis, Verteidiger auf Seiten der Dortmunder, einen Kopfball von Bayer-Stürmer Chicharito an die Hand. Schiedsrichter Zwayer entschied auf Ecke für Leverkusen, jedoch korrigierte er sich nach dem Spiel und betitelte seine Entscheidung anhand der TV-Bilder als Fehlentscheidung. 

Rudi Völler 

Die Fehlentscheidung von Felix Zwayer sorgte besonders bei Bayer-Sportchef Rudi Völler für Aufruhr: Bei einem Interview direkt nach dem Spiel wurde der Nationaltrainer von 2000 bis 2004 auf die Vorkommnisse befragt. Dieser konnte seine Wut auf den Schiedsrichter kaum in Worte fassen. Völler unterstellte Zwayer und seinen Assistenten, sie hätten den Elfmeter nach offensichtlichem Handspiel von Sokratis mit Absicht nicht gepfiffen, um sich an Bayer-Trainer Roger Schmidt zu revanchieren: „Deswegen hat er auch nicht den Elfmeter gepfiffen. Na, dann gleicht sich ja wieder alles aus."

Berechtigte Strafen?

Der Tabellenvierte der Bundesliga muss nun die nächsten drei Spiele ohne Trainer Roger Schmidt auskommen. Zudem muss der Trainer der Werkself 20.000 Euro Strafe zahlen. Der DFB begründete die Strafen durch "fortgesetztem, unsportlichen Verhalten" und "Nichtbefolgen der Anordnung des Schiedsrichters". Schmidt wird von Assistenztrainer Markus Krösche vertreten, der auch beim Spiel gegen Dortmund die letzten 20 Minuten an der Seitenlinie stand. Roger Schmidt darf erst wieder beim Heimspiel gegen den Hamburger SV am 12. März an der Seitenlinie stehen.

Vor knapp einem Jahr, beim Auswärtsspiel in Bremen, wurde Schmidt schon mal auf die Tribüne verwiesen, damals musste er nur 6.000 Euro Strafe zahlen. 

Bayer-Sportchef Rudi Völler wurde ebenfalls bestraft. Der 55-Jährige muss aufgrund seiner Aussagen beim Interview nach dem Spiel 10.000 Euro Strafe zahlen. 

Bayer-Sportchef Rudi Völler muss 10.000 Euro Strafe zahlen. (Quelle: Getty Images)

Meiner Meinung nach ist die Strafe für Roger Schmidt etwas zu hoch, da man sich in seine Situation versetzen muss: In einer hitzigen Spielsituation nicht zu wissen weshalb man einen Platzverweis bekommt, würde jeden wütend machen und nicht jeder würde einfach auf der Tribüne Platz nehmen, besonders bei solch einem Topspiel. Die Strafe für Rudi Völler ist jedoch berechtigt, da dieser den Unparteiischen klar vorgeworfen hat, sie hätten mit Absicht das Spiel manipuliert um sich an Schmidt zu rächen. Völler hat sich in letzter Zeit schon des Öfteren durch solche Aussagen in Interviews unbeliebt gemacht, weshalb ich die Strafe in Ordnung finde.  

Roger Schmidt reagierte schon am Nachmittag, auf der Pressekonferenz vor dem Europa-League Spiel gegen Sporting Lissabon, auf die Strafe: „Ich habe es so akzeptiert, empfinde die Strafe aber als hart und nahe an der höchstmöglichen dran.“ Schmidt zeigte sich jedoch einsichtig: „Ich habe mich nicht gut verhalten und einen Fehler gemacht. Ich versuche in Zukunft daraus zu lernen.“