Boateng fehlt drei Monate: Was jetzt?

Jérôme Boateng wird dem FC Bayern mindestens drei Monate nicht zur Verfügung stehen. Was sind die Folgen für Mannschaft und Verein?

Boateng fehlt drei Monate: Was jetzt?
Boateng verletzte sich im Spiel gegen den Hamburger SV. Quelle: Augsburger Allgemeine

3 Monate. So lange fällt Jérôme Boateng mindestens aus, nachdem er sich beim Gastspiel seiner Mannschaft FC Bayern beim Hamburger SV (2:1) einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich samt Sehnenriss zugezogen hatte. Damit fehlt der Innenverteidiger der Münchner nicht nur in der Bundesliga für einige Spiele, sondern steht Pep Guardiola auch in den Achtelfinalbegegnungen gegen Juventus Turin nicht nur Verfügung.

Natürlich hat der FC Bayern einen breiten Kader, aber trotzdem ist der Ausfall von Boateng ein schwerer Schlag. Nicht nur ist er der beste Innenverteidiger der Bayern, der beste der Bundesliga, vielleicht sogar der beste der Welt. Er ist der Grund, warum der Rekordmeister in dieser Saison erst neun Tore kassiert hat. Unheimlich sicher und zuverlässig agiert der Nationalspieler in quasi jedem Spiel und erspart es seinem Torwart Manuel Neuer, sein eigenes Können zu zeigen. Nur ganz selten leistet er sich Aussetzer – ab und zu pausiert er wegen einer unnötigen roten Karte.

Ärzte des FC Bayern stützen den Innenverteidiger, der daraufhin ausgewechselt wird. Quelle: tz

Boateng ist nicht zu ersetzen. Innenverteidiger hat der FC Bayern zwar mindestens vier: neben Boateng können Holger Badstuber, Javi Martínez und Medhi Benatia in der Mitte der Abwehr agieren, auch ein Xabi Alonso lässt sich gerne direkt vor den Torwart fallen. Aber vor allem Badstuber und Martínez sind enorm verletzungsanfällig, weswegen die Doppelbelastung gerade für den langzeitgeplagten Badstuber zu verkraften ist. Mit Boateng fehlt schon ein ganz zentraler Stein in der Defensive der Münchner; sollte auch noch Badstuber ausfallen, würde es an internationaler Klasse fehlen. Martínez und Benatia könnten definitiv einen guten Job machen, aber da sie beide weder zusammengespielt haben, noch ihre Leistungen beim FC Bayern auf dieser Position auf hohem Niveau unter Beweis gestellt haben, ist diese Konstellation problematisch.

Der FC Bayern muss also auf dem Transfermarkt nachlegen. Zuletzt wurde Shkodran Mustafi vom FC Valencia in Verbindung mit dem Klub gebracht, es erscheint allerdings unrealistisch, dass der WM-Teilnehmer seinen Verein nach anderthalb Jahren verlässt, zumal er dort Stammspieler ist.

Eine Woche bleibt den Verantwortlichen an der Säbener Straße noch, um die Mannschaft zu verstärken.