VfB Stuttgart - Borussia Dortmund: Kein David gegen Goliath

Der VfB hat sich in den letzten Wochen stark verbessert gezeigt. Reicht es, um gegen den BVB im Pokal weiterzukommen?

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund: Kein David gegen Goliath
VfB Stuttgart - Borussia Dortmund: Kein David gegen Goliath

Würde die Partie zwischen dem BVB und dem VfB gut zwei Monate früher stattfinden, hätten viele Experten von einem Duell à la David gegen Goliath gesprochen. Zu stark ist Borussia Dortmund unter ihrem neuen Tuchel-Fußball, zu schwach der VfB Stuttgart unter Neu-Trainer Jürgen Kramny. Das erste Spiel für den Nachfolger des gescheiterten Alexander Zorniger war ausgerechnet gegen den BVB und ging klar mit 1:4 verloren. 

Eine starke Entwicklung

Heute ist alles anders. Der VfB hat eine Siegesserie hingelegt, vier Spiele in Folge gewonnen, seit eben jenem Spiel gegen Dortmund nicht mehr verloren, in der Tabelle aus den Abstiegsrängen auf Platz 12 geklettert und den Abstand zum Relegationsplatz auf fünf Punkte ausgebaut. Kramny hat nicht sofort, aber schnell die Mannschaft umgekrempelt und sie besser und stärker gemacht. 

Teilweise herausragend

Borussia Dortmund erwartet somit kein leichter Gegner im Pokal-Viertelfinale. Die Rolle des Underdogs bleibt trotzdem klar auf der Seite der Süddeutschen. Zu konstant und spielstark ist der BVB im Moment, mit Pierre-Emerick Aubameyang als herausragenden Torschützen, der in fast jedem Spiel erfolgreich ist, Henrikh Mkhitaryan als Spielmacher, der trotz einer schwächeren letzten Saison in dieser Spielzeit wieder Unglaubliches leistet und letzten Endes auch mit Roman Bürki einen nicht immer überzeugenden, aber in manchen Situationen herausragenden Rückhalt im Tor. 

Kramny und Großkreutz sind bis jetzt absolute Glücksgriffe für den VfB. (Quelle: imago)

Halbfinale: Rutschpartie

Die letzten neun Auswärtsspiele gewann der BVB allesamt, zuletzt das denkwürdige Halbfinale in München gegen den FC Bayern, in dem Philipp Lahm, Xabi Alonso, Mario Götze und Manuel Neuer allesamt mit ihren Elfmetern entweder am rutschigen Rasen, der Latte oder Weidenfeller-Ersatz Mitchell Langerak scheiterten.

Debüt für einen Ex-Dortmunder

Langerak spielt jetzt für den VfB Stuttgart, sein Pflichtspieldebüt lässt allerdings noch auf sich warten. Aufgrund einer Verletzung, die sich der Australier in der Saisonvorbereitung zugezogen hat, entschied der zweite Neuzugang auf der Torwartposition, Przemysław Tytoń, den Kampf um den Platz auf der Eins konkurrenzlos für sich. Der Stuttgarter Coach Kramny hatte angekündigt, auf der Position zu rotieren.

Großkreutz' große Liebe

Für einen wird das Spiel ein ganz besonderes: Kevin Großkreutz, Ur-Borusse und schon als Kind Stehtribünengast im Westfalenstadion, trifft in Farben des VfB auf seine große Liebe. Nach seinem Wechsel zu Galatasaray Istanbul, der wegen eines Meldefehlers seitens des türkischen Vereins und der folgenden, fehlenden Spielberechtigung zum endgültigen Missverständnis wurde, verpflichteten die Cannstätter den Weltmeister von 2014 im Winter. Coach Kramny fordert vollen Einsatz, erwartet aber auch, dass er "sich unter Kontrolle hält.

Erwartungsgemäß emotional? 

Emotional wird das Spiel für Großkreutz so oder so - hat er doch schon nach eigener Aussage für seine Familie einige Karten besorgt. Trotz allem wird Dortmund versuchen, das Spiel für sich zu entscheiden und erwartungsgemäß ins Halbfinale einzuziehen.