Tuchel will "etwas Neues erschaffen"

Thomas Tuchel sprach auf der Pressekonferenz zur Saisonvorbereitung auch über die Abgänge von Leistungsträgern und die Verpflichtungen neuer Spieler.

Tuchel will "etwas Neues erschaffen"
Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz. | Quelle: Borussia Dortmund

Auf der Pressekonferenz zur Saisonvorbereitung sprach BVB-Trainer Thomas Tuchel über die Abgänge von Ilkay Gündogan, Mats Hummels und Henrikh Mkhitaryan und die Verpflichtungen von sechs Spielern. Die Schwarzgelben haben  bereits Ousmane Dembélé (19), Sebastian Rode (25), Raphaël Guerreiro (22), Marc Bartra (25), Emre Mor (18) und Mikel Merino (20) unter Vertrag genommen. 

"Loslassen und versuchen, etwas Neues zu erschaffen"

Über den Verlust von den Gündogan, der sich Manchester City angeschlossen hat, Mkhitaryan, der zu Manchester United ging und Hummels, der zurück in die Heimat zum FC Bayern München wechselte, sagte Tuchel: "Es hat sich viel getan. Manche sprechen von einem Umbruch. Es fühlt sich vielleicht sogar so an wie ein Neuanfang. Mit Hummels, Gündogan und Mhkitaryan sind drei extrem wichtige Spieler gegangen. Das sind mehr als normale Abgänge. Eine Mannschaft ist ein sehr sensibles Gebilde. Es liegt auf den Schultern solcher Spieler mit so einer Ausstrahlung. Diese drei Spieler zu verlieren, bedeutet: Es fehlen uns die Säulen, die das Gebilde stabilisiert und getragen haben. Sie haben eine Qualität, die in Europa seinesgleichen sucht. Wir haben alles versucht, diese Spieler zu halten und die Mannschaft um sie herum zu verstärken", sagte der 42-Jährige.

Er fügte noch hinzu, dass er die drei Spieler verstehen kann und sich optimistisch gibt, was den "Neuanfang" betrifft: "Wir müssen aber anerkennen, dass wir an Grenzen gestoßen sind, und dass es Klubs gibt, die noch einen größeren Reiz haben und über uns stehen. Dies zu leugnen und nicht wahrhaben zu wollen, würde dazu führen, dass du immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand rennst – oder aber du wirst kreativ und versuchst, neue Lösungen zu finden. Der Weg, den wir eingeschlagen haben, ist ein junger, ist ein riskanter. Aber Risiko wird auch belohnt. Wir haben uns für Spieler entschieden, die sich mit Haut und Haar zum BVB bekennen und ihr gesamtes Talent einbringen. Wir versuchen, mit aller Energie und Vorfreude ein Team zu entwickeln, auf das sich unsere Fans freuen", so der Ex-Mainzer weiter.

Thomas Tuchel wird in der kommenden Saison stark umplanen müssen. | Quelle: imago

Über den künftigen Spielstil sagte Tuchel: "Wir werden Zeit brauchen, die Dinge neu zu ordnen. Wir werden keinen der drei Abgänge eins zu eins ersetzen können. Es ist auch wichtig, das erst gar nicht zu versuchen, sondern das Talent, das in unserer Mannschaft steckt, weiterzuentwickeln. Die Gruppe soll sich menschlich und taktisch finden. Wir sind offen für eine neue Art zu spielen. Wir dürfen nicht festhalten an dem, was wir hatten, sondern müssen loslassen und bewusst auch versuchen, etwas Neues zu erschaffen. Wir spielen nach wie vor, um die Spitze herauszufordern. Und wir wollen wieder die Besten sein, die wir sein können."

Ob man nach den sechs Neuzugängen nochmal auf dem Transfermarkt zuschlagen wird, konnte Tuchel nicht genau beantworten - unwahrscheinlich scheint es aber nicht: "Es kann in alle Richtungen noch etwas passieren. Wichtig ist, dass wir uns Zeit geben. Wir haben eine lange Vorbereitung mit vielen Reisen: Österreich, China, Schweiz. Dabei wollen wir allen die Möglichkeit geben, in der Gruppe ihre Rolle zu finden. Es lohnt sich immer, einen Puffer zu haben. Auf uns wartet eine höhere Anspannung in der Champions League, und wir müssen auch der Tatsache Rechnung tragen, dass wir die Messlatte in der Liga hoch gelegt haben. Wir werden in der Kaderplanung nicht blauäugig sein."