Hannover 96 - Hamburger SV 0-3: War es das für Hannover?

In einem weitestgehend schlechten Spiel reichen dem HSV wenige gute Aktionen für einen klaren Auswärtssieg.

Hannover 96 - Hamburger SV 0-3: War es das für Hannover?
Pure Verzweiflung bei Hugo Almeida. (Quelle: imago)
Hannover 96
0 3
Hamburger SV
Hannover 96: Zieler - H. Sakai, Milosevic, C. Schulz, Sorg - Gülselam (71. Bech) - Fossum, Prib - Kiyotake - Szalai, Hugo Almeida
Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Cleber, Spahic, G. Sakai - Ekdal, Holtby (46. Jung) - N. Müller (86. Lasogga), Hunt (69. Gregortisch), Ilicevic - Schipplock
Ergebnis: 0:1 Cléber (61.), 0:2 Ilicevic (73.), 0:3 Müller (75.)
Schiedsrichter: Robert Hartmann. Gelbe Karten: Szálái (58.), Ilicevic (69.)

Hannover 96 war in einem sehr schwachen Spiel insgesamt die bessere Mannschaft. Doch wenige halbwegs gute Aktionen seitens des Hamburger SV sorgten für einen letztendlich klaren Auswärtssieg.

Schon vor dem Spiel war natürlich die Diskussion um Thomas Schaaf und Hannover 96 groß. Zehn Punkte Abstand waren es vor dem Spiel auf den Tabellensiebzehnten Eintracht Frankfurt, ein Klassenerhalt fast ein Ding der Unmöglichkeit. Zum Positiven ändern konnte Hannover das nicht.

HSV will Heft in die Hand nehmen

Von Beginn an war den Gästen anzumerken, dass sie schnell die Kontrolle über das Spiel gewinnen wollten, allerdings ohne gefährlich zu werden. Erst in der 13. Minute ging ein lautes Raunen durch die Ränge im Hannoverschen Stadion, als Sven Schipplock im Strafraum auf Ivo Ilicevic querlegte, der den Ball aber über das freie Tor schoss. 

Hannover wird besser

Nur vier Minuten später hatten die 96er eine gute Chance zur Führung: Hiroshi Kiyotake trieb den Ball nach vorne, nahm Ádam Szálái mit, dessen Flanke aber in der Mitte nicht Hugo Almeida erreichte.

In der Folge setzte sich das Tabellenschlusslicht vor dem Tor des HSV fest. Hiroki Sakai (19.), Kiyotake (22.) und Almeida (23.) hatten Ansätze von Chancen, konnten allerdings das Tor von René Adler nicht entscheidend gefährden. Die Drangphase der Hannoveraner hielt auch nicht lange an, weil sich defensiv wie offensiv immer wieder unnötige Fehler einschlichen, die einen geordneten Spielaufbau nahezu unmöglich machten. 

Ein zerfahrenes Spiel

Kapital daraus schlagen konnten die Rothosen allerdings nicht, trotz teilweise sträflich offener Defensivlinie der Hausherren kam man zu keinen zwingenden Chancen. So schoss Nicolai Müller freistehend aus 25 Metern klar drüber (36.).

In der Folge war es ein Hin- und Her von Angriffsversuchen, die aber alle nicht klar zu Ende gespielt wurden. Daher ging es nach einer schwachen ersten Halbzeit mit 0:0 in die Kabinen.

Statt Lewis Holtby kam mit Gideon Jung ein weiterer Defensivspieler für den HSV aus der Kabine. Lange dauerte es, bis die Mannschaften wieder mit dem Fußbalspielen begannen. Erst in der 51. Minute sorgten die Rothosen für eine Offensivbemühung, aber die Flanke von Diekmeier erreichte Müller in der Mitte nicht. In der 56. Minute schoss Kiyotake zentral auf Adler, der den Ball fast durch die Beine rutschen ließ, letztendlich aber doch festhielt.

René Adlers Mitspieler zeigten keine Glanzvorstellung, trotzdem reichte es zum Sieg (Quelle:imago)

Cléber schlägt zu

In der 61. Minute war es dann Cléber, der nach einer Ecke relativ frei zum Kopfball kam und kraftvoll die 1:0-Führung für die Gäste erzielte.

Hannover zeigte in der Folge Versuche des Aufbäumens, aber es fehlte an Genauigkeit und Entschlossenheit im Abschluss. Immer wieder wurde der Ball lieber quergelegt, statt abzuziehen, wodurch nur wenige Schusschancen entstanden.

In der 73. Minute trug der HSV dann sogar einen sehenswerten Angriff vor, an dessen Ende Sven Schipplock in die Mitte flankte, wo Ilicevic freistehend einnetzte. Zieler war ohne Chance. Kurz darauf wurde Nicolai Müller steil geschickt, lief frei auf Ron-Robert Zieler zu, umkurvte den 96-Schlussmann und schob zum 3:0 ein. 

Jeder im Stadion hatte nun verstanden, dass das Spiel entschieden war. Trotzdem spielte Hannover direkt weiter: in der 78. Minute brauchte es zweier starker Paraden von René Adler, um den Anschlusstreffer zu verhindern.

Die Luft war 'raus

Spätestens ab der 80. Minute war allerdings die Luft aus der Partie. Die Hannoveraner wirkten frustriert, Hamburg machte nicht mehr als nötig.

Hannover muss am kommenden Freitag auswärts bei Hertha BSC antreten. Der Hamburger SV bestreitet ein Heimspiel gegen den SV Darmstadt.