Nagelsmann stellt sich der Herausforderung

Neuer Cheftrainer der TSG Hoffenheim und Nachfolger von Huub Stevens, Julian Nagelsmann, legte auf seiner ersten Pressekonferenz einen selbstbewussten Auftritt hin.

Nagelsmann stellt sich der Herausforderung
Quelle: TSG Hoffenheim 1899

Mit dem Rücktritt vom erkrankten Huub Stevens hat die TSG 1899 Hoffenheim ihren neuen Cheftrainer Julian Nagelsmann vorgestellt. Der 28-Jährige sollte eigentlich erst im Sommer die Leitung der ersten Mannschaft übernehmen, diese Pläne änderten sich durch die aktuelle Situation jedoch.

Der somit jüngste Bundesligatrainer der Geschichte muss bis zum Saisonende schauen, wie es mit dem Verein weitergehen wird. Julian Nagelsmann übernimmt das Ruder und soll das sinkende Schiff der Kraichsgauer wieder auf die richtige Spur bringen. Er soll also den ersten Bundesliga-Abstieg in der Vereinsgeschichte der TSG abwenden und so früh wie möglich den Klassenerhalt klarmachen.

Selbstbewusster Auftritt

Viele mögen Nagelsmann aufgrund seines jungen Alters schon abschreiben, aber auf seiner Vorstellung zum Cheftrainer gab sich der nun ehemalige U19-Trainer von Hoffenheim sehr selbstbewusst und versprühte eine Menge Optimismus.

Seine ersten klaren Worte waren: "Ich bin hier mit der Überzeugung angetreten, dass wir besser Fußball spielen und die Klasse halten können. Ich bin überzeugt von der Mannschaft, wir wollen offensiv zu Werke gehen."

Offensive, genau daran will und muss Nagelsmann unbedingt was ändern. Die zweitschwächste Mannschaft vor dem Tor braucht einen neuen Plan, um Chancen zu kreieren und diese auch zu verwerten. Die Offensivspieler, die im Sommer verpflichtet wurden, blieben bis dato noch weit hinter ihren Erwartungen. Nagelsmann muss nun einen Weg finden, dass seine Spieler wieder den Spaß am Fußball finden und diese einst so offensive auftreten, wie auch kurz nach dem Aufstieg 2008, wo das von Ralf Rangnick trainierte Team nach der Hinrunde auf dem ersten Tabellenplatz stand und die ganze Liga verblüffte.

Während der Pressekonferenz vor seinem Bundesligadebüt gegen Werder Bremen betonte er dies noch einmal und sagte: "Ich habe alle Spiele dieser Saison gesehen und auch die eine oder andere Trainingseinheit. Die Mannschaft steht defensiv stabil. Nun gilt es, die Offensive zu stärken. Wir stehen hinten drin, wir müssen gewinnen, dafür müssen wir Tore erzielen.

Wird zukünftig auf der Hoffenheimer-Bank Platz nehmen: Neu-Trainer Julian Nagelsmann. (Quelle: imago)

Die ersten Trainingseinheiten schienen immerhin schon ihren Erfolg gehabt zu haben, wie Nagelsmann weiter verriet. "Die Mannschaft war in meinem ersten Training am Donnerstag giftig, griffig und aggressiv. Sie hat versucht, meine Ideen umzusetzen. Wie gut das schon greift, werden wir in Bremen auf dem Platz sehen. Mir geht es darum, Inhalte zu vermitteln - unabhängig von unserer Situation", so der neue Trainer.

Inwieweit Julian Nagelsmann mit der TSG Erfolg haben wird, das wird sich noch zeigen. Einen optimistischen Start legte er jedenfalls schon mal hin. Ob seine Trainingsmethoden nun auch wirken und die Spieler den Weg zum Tor finden werden, wird sich auch zeigen. Wirklich genau kann man nicht abschätzen, ob Nagelsmann das Team erreichen wird und seinen offensiven Fußball aus der U19 auch in die erste Mannschaft übernehmen kann.