Hamburger SV 1:1 1. FC Köln: Kartenfestival beim Remis im Sonntagsspiel

Nach einer unterirdischen ersten Halbzeit kämpften sich die Hamburger im zweiten Durchgang zurück ins Spiel und können mit dem glücklich 1:1 durchaus zufrieden sein.

Hamburger SV 1:1 1. FC Köln: Kartenfestival beim Remis im Sonntagsspiel
Quelle: Getty Images
Hamburger SV
1 1
1.FC Köln
Hamburger SV: Adler - G. Sakai , Djourou, Spahic, Ostrzolek - Kacar, Holtby - N. Müller, Hunt , Drmic - Lasogga
1.FC Köln: Horn - Maroh , Mavraj , Heintz - Risse, Mladenovic - Hector, Gerhardt - Zoller, Bittencourt - Modeste
Ergebnis: 0:1 Simon Zoller (41.) 1:1 Nicolai Müller (47.)
Schiedsrichter: Felix Brych Gelb: Johan Djourou (45.), Gojko Kacar (56.), Lewis Holtby (58.), Emir Spahic (65.), Sven Schipplock (89.) Filip Mladenovic (49.), Marcel Risse (71.)

Beim Hamburger SV stand der Neuzugang Josip Drmic in der Startelf. Er vertrat Ivo Ilicevic, der am Donnerstag aufgrund eines Eklats im Training mit Michael Gregoritsch aus der Mannschaft geworfen wurde. 

Der effzeh spielte in dieser Saison zum ersten Mal von Beginn an in einem 3-4-3. Allerdings ließ Peter Stöger seine Mannschaft schon öfter in dieser Saison auf das System umschalten. 

Nach wackligem Start in die Partie waren es die Kölner, die das Spiel über weite Strecken kontrollierten und sich nach einer Viertelstunde mit Schüssen außerhalb des Strafraums dem 1:0 allmählich näherten. Das Spiel verlief zu vielen Teilen sehr langsam und es fehlte an kreativen Ideen im Spielaufbau auf beiden Seiten. Nach 37 Minuten gab es dann die erste große Chance des Spiels: Nach einer Ecke von Marcel Risse köpfte Anthony Modeste den Ball an die Latte. Kurz vor der Halbzeit wurden die Hanseaten bestraft: Simon Zoller spielte nach einem Fehlpass von Johan Djourou den Doppelpass mit Jonas Hector, anschließend ließ er René Adler keine Chance.  

Die Mannschaft von Bruno Labbadia wurde zur Pause mit Pfiffen von den Fans verabschiedet.

Köln war in der ersten Halbzeit mit Abstand die bessere Mannschaft. Der effzeh kam im Gegensatz zu den Hanseaten zu klaren Torchancen. 

Hamburg mit Power-Start in die zweite Hälfte

Nach der Pause gab es einen Wechsel: Auf Seiten der Hamburger wechselte Bruno Labbadia Artjoms Rudnevs für den schwachen Pierre-Michel Lasogga ein. 

Mit Rudnevs kam dann auch frischer Wind in die Offensive der Hanseaten: Der Lette legte in der 47. Minute den 1:1 Ausgleichstreffer für Nicolai Müller vor, der mit seinem schwachen linken Fuß den Ball perfekt in den Winkel beförderte.
Nach dem Ausgleichstreffer begann auch die stärkste Phase der Hamburger im Spiel:  Nur einige Minuten später zwang Gojko Kacar mit einer Direktabnahme aus ungefähr 23 Metern den effzeh-Torhüter Timo Horn zu einer Glanzparade.

Torschütze Simon Zoller im Kampf um den Ball gegen Hamburgs Neuzugang Josip Drmic. (Quelle: Getty Images)

Ausgeglichenes Spiel  

Das Spiel war nun geprägt von taktischen Fouls im Mittelfeld. Auf Seiten der Hamburger erwischte es zunächst den Kapitän Johan Djourou, der aufgrund seiner fünften Gelben Karte beim nächsten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach fehlen wird. Später wurden auch Emir Spahic, Gojko Kacar, Lewis Holtby und der eingewechselte Sven Schipplock verwarnt. 

In der 65. Minute kam dann der 1.FC Köln in Person von Marcel Risse zu einem Freistoß, allerdings konnte René Adler den Ball noch an die Latte lenken.

Anschließend gab es einen weiteren Wechsel vom HSV: Für den verwarnten Gojko Kacar kam Youngster Gideon Jung. Labbadia reagierte damit auf die Fehler vom Serben in den letzten Minuten, die den Kölnern einige Chancen ermöglichten. 

Im Gegensatz zu Bruno Labbadia wechselte Peter Stöger kein einziges Mal und änderte sein System über das Spiel über ebenfalls nicht. 

In den Schlussminuten versuchte der HSV mit der Einwechslung von Sven Schipplock noch den Siegtreffer zu erzielen, jedoch scheiterte man an der guten Defensivarbeit der Kölner Hintermannschaft. 

Stimmen zum Spiel

Bruno Labbadia äußerte sich nach dem Spiel zum Remis: „Mit vielen einfachen Ballverlusten haben wir den FC ins Spiel gebracht und waren dadurch selber verunsichert. Die Kölner haben nur auf Konter gespielt." Außerdem lobte der Trainer des HSV die zweite Halbzeit seiner Mannschaft: „Alles in allem hat man gesehen, dass wir in der zweiten Halbzeit auch emotional noch einmal alles herausgeholt haben. Das war sehr wichtig für die Mannschaft. Das Unentschieden geht in Ordnung. Wir wissen, dass wir weiter intensive Arbeit vor uns haben."

Der Trainer des 1.FC Köln erklärte das Ergebnis: „Ich bin sehr zufrieden. Man darf nicht immer alles am Ergebnis festmachen. Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind und Fußball gespielt haben, das war richtig gut." Stöger weiter: „Wir sind noch nicht so weit, dass wir alle Rückschläge wegstecken können. Aber ich bin wirklich sehr zufrieden."

Mit der Punkteteilung bleibt der 1.FC Köln auf dem neunten Platz. Der HSV fällt auf den 12. Platz zurück und ist nun vier Punkte von einem Relegationsplatz entfernt. Beide Teams warten noch auf den ersten Sieg im neuen Jahr. 

Die Hanseaten spielen am nächsten Sonntag wieder um Zuhause gegen Borussia Mönchengladbach. Der effzeh empfängt am Samstagabend Eintracht Frankfurt, die nach der 2:4-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart auf einen Dreier in Köln hoffen.