HSV setzt Knäbel vor die Tür

Der HSV und Peter Knäbel gehen getrennte Wege. Beiersdorfer übernimmt den Posten des Sportdirektors.

HSV setzt Knäbel vor die Tür
Quelle: Getty Images

An der Elbe ist die Unruhe zurück: Der Hamburger SV hat sich von seinem Sportdirektor Peter Knäbel getrennt. In einer Meldung des Vereins hieß es am Abend, man habe sich "einvernehmlich" auf die Vertragsauflösung des 49-Jährigen geeinigt. Seine Aufgaben übernimmt vorerst Dietmar Beiersdorfer

Peter Knäbel hatte das Amt des Sportdirektors erst im Oktober 2014 übernommen und war mit einem Vertrag bis Sommer 2017 ausgestattet. Nach der "Rucksack-Affäre" im vergangenen August, als plötzlich brisante Vertragsinformationen der HSV-Spieler in einem Hamburger Park gefunden wurden, nahm die Kritik am ehemaligen Spieler des FC St. Paulis immer mehr zu. In den vergangenen Wochen wurde bereits mehrfach öffentlich über seine Ablösung diskutiert. Beiersdorfer begründet das jüngste Vorgehen mit "unterschiedlichen Auffassungen von der zukünftigen Ausrichtung des sportlichen Bereichs". Knäbel wurde immer wieder nachgesagt, er kenne sich zu wenig auf dem Transfermarkt der Bundesliga aus. Von 2009 bis 2014 war er Technischer Direktor der Schweizer Nationalmannschaft. 

Heldt als Nachfolger?

Ob Dietmar Beiersdorfer, der eigentlich in seiner Hauptposition Vorstandsvorsitzender der Hamburger ist, das Amt des Sportdirektors dauerhaft ausführen wird, ist noch unklar. Nach Informationen des NDR befindet sich der HSV in "fortgeschrittenen Gesprächen" mit Horst Heldt, der seinen derzeitigen Arbeitgeber Schalke 04 zum Ende der Saison verlasssen wird. Der Aufsichtsratchef des Hamburger SV, Karl Gernandt, dementierte gegenüber "Goal.com" jedoch eine Kontaktaufnahme mit Heldt. Gerüchten zufolge gilt auch Thomas von Heesen als möglicher Kandidat für den Job des Sportdirektors. Der ehemalige Trainer von Arminia Bielefeld steht aufgrund von Scouting-Tätigkeiten im ständigen Kontakt mit der HSV-Führung und wird vor allem von Mitgliedern des Aufsichtsrates sehr geschätzt.

Horst Heldt steht bei den Hamburgern wohl hoch im Kurs. | Quelle: dpa

Für die Hamburger brechen nach dem gesicherten Klassenerhalt am Samstag erneut stürmische Zeiten an. Eine für morgen angesetzte Pressekonferenz mit Interims-Sportchef Beiersdorfer wird vermutlich etwas Licht ins Dunkle bringen und aufklären, wie es mit der sportlichen Leitung des HSV in Zukunft weitergeht. Für Beiersdorfer ist die kommende Saison wohl auch selbst die letzte Chance. 2014 war er mit großen Vorschusslorbeeren gestartet und konnte die Erwartungen bis jetzt nicht ansatzweise erfüllen.