FC Schalke 04 - SV Werder Bremen: Raus aus der Krise

Die Bremern müssen zum Rückrundenauftakt nach Gelsenkirchen und spielen dort gegen den FC Schalke 04.

FC Schalke 04 - SV Werder Bremen: Raus aus der Krise
FC Schalke 04 - SV Werder Bremen: Raus aus der Krise

Eine einfache Hinrunde war es für beide nicht. Zu viel ist passiert und zu viele Unruhen gab es. Sowohl beim FC Schalke 04, als auch bei Werder Bremen. Beide Vereine stehen nun vor einem entscheidenen halben Jahr. Am Sonntagnachmittag (17:30 Uhr) treffen sie aufeinander. 

Bremen im Abstiegstrend

In der letzten Saison hat Viktor Skripnik viel gelacht. Und viel Erfolg hatte er auch. Nachdem er die Mannschaft in der Hinrunde auf dem letzten Platz übernahm, scheiterter er mit ihr am Saisonende nur knapp an der Europapokalteilnahme. Viele waren sich sicher: Werder Bremen hat jetzt bessere Jahre vor sich. Mit Skripnik wird auch auf lange Sicht alles besser. Blickt man allerdings im Januar auf den Trainigsplatz in der Hansestadt, bemerkt man vor allem Enttäuschung und Unsicherheit. Man hat mal eben die schlechteste Hinrunde seit 39 Jahren absolviert. Wichtige Spieler haben die Mannschaft verlassen - und das hat Bremen sehr geschadet. Vielleicht sogar so sehr, dass man sich am Ende der Saison auf einem Abstiegsplatz wiederfinden wird. 

André und die jungen Wilden 

Was war das nicht für eine Geschichte. Schalke 04 probte mit Trainer Breitenreiter und Spielern wie Leroy Sané und Johannes Geis den Angriff auf die Spitzengruppe der Liga. Das hat an den ersten Spieltagen sogar geklappt. Nicht immer schöne, aber erkämpfte Siege. Ein großer Zusammenhalt in der Mannschaft sorgte für Begeisterung im Schalker Umfeld. Nach der vergangenen Saison, welche sich mit dem Wort "Katastrophe" wohl am besten beschreiben lässt, konnte sich die Schalker Mannschaft in der Hinrunde wieder die Herzen der eigenen Fans zurückerobern. Doch Unruhen gab es auch in den letzten Monaten immer wieder: Christian Heidel für Horst Heldt, Leroy Sané gegen ganz viel Geld und Clemens Tönnies in Richtung Ruhestand. Bis jetzt sind das alles nur Gerüchte. Vielleicht noch nicht einmal das.

"Wir haben überhaupt keine Angst" 

Da ist er wieder, der Skripnik: "Schalke ist ein wichtiges Spiel für uns. Ich bin begeistert, wie wir trainiert haben und hoffe, dass die Spieler von Beginn an brennen." Das das Auswärtsspiel auf Schalke am Sonntag nicht gerade einfach wird, ist in Bremen allen bewusst. Aber so richtig einzuschätzen ist der Gener auch nicht. Eine Winterpause kann für Veränderung sorgen, so auch bei Werder. Man hat sich mit Laszlo Kleinheisler und Papy Djilobodji vertsärkt. Ein Mittelfeldspieler und ein Innenverteidiger, welche die Mannschaft bestmöglich verstärken sollen. Die Testspiele im Trainingslager waren zwar nicht gerade erfolgreich. Nur gegen den FK Inter Baku konnte man gewinnen (1:0). Die Vorzeichen stehen also nicht gerade gut. Doch Skripnik ist das egal, denn der hat ja "überhaupt keine Angst".

Mit dem Verlauf der Hinrunde kann Trainer Skripnik nicht zufrieden sein. (Quelle: dpa)

Schalker investieren weiter in die Offensive

Mit dem Wintertraingslager in Florida waren eigentlich alle Schalker zufrieden. Man konnte das üben, was man wollte. Und zwei Spieler kontne man auch verpflichten. Sechs Millionen Euro sind im Fußballgeschäft ja längst keine ungewöhnliche Summer mehr, doch das ein Erstligist so eine hohe Summe für einen Spieler aus der 2. Bundesliga bezahlt, ist dann doch nicht gerade üblich. Die Verpflichtung von Alessandro Schöpf hat sich der FC Schalke 04 einiges kosten lassen. Schöpf ist ein Spieler mit großem Potenzial und kam vom befreundeten 1. FC Nürnberg. Mit seiner Spielweise passt er in das System von André Breitenreiter. Horst Heldt, der Sportchef der Knappen, ist jedenfalls sehr froh darüber, dass er die Mannschaft durch Schöpf und auch durch den schnellen Younes Belhanda gezielt verstärken konnte. Komplette Ruhe ist auf Schalke allerdings nicht eingekehrt. Der anstehende Wechsel auf dem Sportchefposten erhitzt weiterhin die Gemüter. Auch die erneute Verletztung von Benedikt Höwedes erschwerte die Vorbereitung auf das Spiel am Sonntag. 

Einschätzung

Die Bremer warten seit nun fünf Spielen auf einen Dreier und hoffen auf eine Überraschung gegen die Schalker. Am 12. Spieltag konnte man den FC Augsburg 2:1 schlagen, danach aber verlor man dreimal und spielte zweimal Unentschieden. 

Auf der anderen Seite, die Schalker, eine inkonstante Form - Sieg, Niederlage, Sieg, Unentschieden, Niederlage. Daran müssen die Königsblauen in der Rückrunde arbeiten, um am Ende der Saison auf einem Champions-League-Platz zu landen.

Für Schalke 04 kann es bei einem Sieg bis auf den vierten Tabellenplatz gehen. Der Kontakt zur Spitzengruppe wäre vorerst wieder hergestellt. Bremen steht aufgrund der Ergebnisse am Samstagnachmittag auf dem Relegationsplatz. Ein Sieg im Spiel gegen Schalke würde 18 Punkte und Platz 15 bedeuten.