Werder Bremen und Thomas Eichin gehen getrennte Wege

Nach einer enttäuschenden Saison mit Werder Bremen und dem Verhindern der Relegation in nahezu letzter Minute entschieden sich Thomas Eichin und Bremen getrennte Wege zu gehen.

Werder Bremen und Thomas Eichin gehen getrennte Wege
Nach einer erfolglosen Zeit einigen sich Eichin und der Vorstand auf eine Vertragsauflösung. | Quelle: Getty Images

Thomas Eichin, der 2013 die Nachfolge vom jetzigen VfL Wolfsburg-Manager Klaus Allofs bei den Bremern antrat, muss trotz eines Vertrages bis 2018 seinen Platz beim Tabellendreizehnten der Bundesliga räumen. Der ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach erhoffte sich mit seinen Transfers an der Weser, den SV Werder Bremen wieder unter den besten Mannschaften in Deutschland zu etablieren.

Fragwürdige Transferpolitik

Zwar konnte der 49-Jährige seine Ziele bei Bremen nicht erreichen, jedoch gelang es ihm mit der Verpflichtung von Franco di Santo etwas Geld in die knappe Kasse zu spülen. Der argentinische Stürmer, der im August 2013 ablösefrei von Wigan Athletic in die Bundesliga wechselte, erzielte für Bremen in 49 Ligaspielen 17 Tore. Nachdem das Interesse an dem Stürmer immer größer wurde, gelang es Thomas Eichin schließlich im Sommer 2015 di Santo für eine Ablösesumme von sechs Millionen Euro an Schalke 04 zu verkaufen. Obwohl Di Santos Marktwert bei 8,5 Millionen Euro lag, konnte dieser dank einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag den Verein kurz vor Ende des Transferfensters verlassen. Anschließend ärgerten sich die Fans über den Abgang ihres Top-Stürmers. 

Traf Thomas Eichin die falschen Entscheidungen?

Eichin war es auch, der Thomas Schaaf, welcher als absolute Identifikationsfigur für Werder Bremen gilt, letztendlich zum Rauswurf drängte. Thomas Schaaf trainierte die Bremer von 1999 bis 2013 und bekam im zwischenzeitlichen Abstiegskampf oft Kritik in der Öffentlichkeit gegen die eigene Person. Als Nachfolger verpflichtete Eichin Robin Dutt, der bei den Bremern als Trainer kläglich scheiterte. 

Oftmals konnte Thomas Eichin seine Wünsche an der Weser nicht durchsetzen, da der Vorstand immer gegen seine Entscheidungen stimmte. So war es auch, als er als Nachfolge für Dutt Bruno Labbadia, den damals noch Ex-Trainer des Rivalen Hamburger SV, verpflichten wollte. Der Vorstand entschied sich für den U23-Trainer und ehemaligen Spieler von Bremen, Viktor Skripnik.

Viktor Skripnik und Thomas Eichin sicherten am letzten Spieltag den Klassenerhalt. | Quelle: nordphoto

In dieser Saison stand Viktor Skripnik oft in der Kritik, auch weil Eichin oftmals Andeutungen auf einen Rauswurf Skripniks machte. Jedoch entschied sich der Vorstand wiederum dem Ukrainer zu vertrauen.  

Rettung in letzter Minute

Nun konnte sich Werder Bremen nach zwei Saisons im Tabellenmittelfeld in dieser Saison im letzten Moment vor der Relegation retten. Papy Djilobodji, Leihspieler vom FC Chelsea, welcher von Eichin geholt wurde, erzielte den Siegtreffer gegen Eintracht Frankfurt in der 88. Spielminute. Somit sicherte Bremen den Klassenerhalt und konnte sogar noch auf den 13. Tabellenplatz klettern. Thomas Eichin kündigte nach dem 1:0-Heimsieg an, dass es Veränderungen geben werde und man eine Saison wie diese nicht wieder erleben wolle.

Wiederaufbau durch einen Bremer

Nachfolger von Eichin wird der Ex-Profi Frank Baumann, welcher selber von 1999-2009 für Werder Bremen auflief. „Ich werde mich mit allen handelnden Personen intensiv austauschen, um mir schnell einen Überblick zu verschaffen“, wird Baumann auf der Webseite von Werder Bremen zitiert.